Rohrdurchführung in Kellerwand abdichten – So geht’s!

Die Abdichtung von Rohrdurchführungen durch Kellerwände ist entscheidend, um Feuchtigkeit, Gas oder Druckwasser sicher fernzuhalten. Besonders kritisch ist der Ringspalt zwischen Rohr und Mauerwerk, der zuverlässig verschlossen werden muss. Ob bei Neubauten oder nachträglichen Sanierungen – nur eine fachgerechte Abdichtung schützt dauerhaft vor Schäden wie Schimmel, Durchfeuchtung oder Energieverlust. Unterschiedliche Systeme und Dichtstoffe bieten Lösungen für jede Situation. Wer dabei auf gründliche Vorbereitung, passende Produkte und normgerechte Ausführung achtet, erzielt eine langfristig sichere Abdichtung.

Rohrdurchführung in Kellerwand abdichten – So geht’s!
Rohrdurchführung in Kellerwand abdichten – So geht’s!

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ringspalt zwischen Rohr und Kellerwand muss absolut dicht verschlossen werden.
  • Expansionsharze wie Tangit M 3000 sind bewährte Dichtstoffe.
  • Futterrohre mit Flanschkragen sichern dauerhaft gas- und wasserdichte Verbindungen.
  • Nachträgliche Abdichtungen sind mit Dichtschläuchen, Harzen und Abdichtschlämmen möglich.
  • Normgerechte Ausführung nach DIN 18533 verhindert Feuchteschäden langfristig.

Wie dichtet man Rohrdurchführungen in Kellerwänden ab?

Rohrdurchführungen werden durch Reinigung des Ringspalts, Einsatz spezieller Dichtstoffe wie Expansionsharz oder Dichtungseinsätze sowie normgerechte Systeme wie Futterrohre dauerhaft wasser- und gasdicht verschlossen.

Vorbereitung der Rohrdurchführung

Die richtige Vorbereitung entscheidet über den Erfolg der Abdichtung. Zuerst wird der Ringspalt zwischen Rohr und Wand sorgfältig freigelegt.

Alte Dichtungen, lose Materialien, Staub und Fette müssen vollständig entfernt werden. Nur so ist eine sichere Haftung der neuen Dichtstoffe möglich. Trockene und saubere Flächen verhindern spätere Undichtigkeiten. Auch eventuelle Schadstellen im Mauerwerk sind vorab auszubessern. Bei Bitumenabdichtungen empfiehlt sich eine Vorgrundierung, um die Haftung zu verbessern.

Lesen Sie auch  Was kann man tun wenn der Abfluss stinkt?

Je nach Bauzustand sind zudem Übergänge zu anderen Abdichtungsebenen vorzubereiten. Fehler in dieser Phase führen fast immer zu späteren Problemen. Daher gilt: Je gründlicher die Reinigung und Vorbereitung, desto dauerhafter die Abdichtung.

Einsatz von Expansionsharzen

Expansionsharze zählen zu den am häufigsten eingesetzten Dichtstoffen. Sie sind flüssig einbringbar und dehnen sich beim Aushärten stark aus. Dadurch schließen sie auch feinste Hohlräume. Produkte wie Tangit M 3000 sind besonders bewährt. Sie härten schnell aus, sind beständig gegen Wasser, Öle und chemische Belastungen. Ihre Alterungsbeständigkeit garantiert eine lange Lebensdauer.

Der Vorteil liegt darin, dass sie nicht nur abdichten, sondern auch den Untergrund stabilisieren. Sie eignen sich sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen. Wichtig ist die gleichmäßige Verteilung im Ringspalt. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu unvollständiger Abdichtung kommen. Daher sollten Fachkräfte die Verarbeitung übernehmen.

Abdichtung mit Futterrohren und Flanschkragen

Futterrohre mit Flanschkragen sind eine besonders sichere Lösung. Sie werden bündig mit dem Mauerwerk eingebaut und schaffen eine definierte Durchführung. Der Flanschkragen verhindert das Eindringen von Wasser an der Kontaktfläche zwischen Rohr und Wand.

In Kombination mit Dichtungseinsätzen entsteht eine gas- und wasserdichte Verbindung. Diese Systeme sind auf Dauerbelastungen wie Druckwasser ausgelegt. Sie eignen sich ideal für Neubauten, können aber auch nachträglich eingesetzt werden. Die Montage erfordert Präzision, da Lage und Einbindung in die Abdichtungsebene exakt stimmen müssen. Wird der Einbau fachgerecht ausgeführt, bieten Futterrohre eine langlebige und wartungsfreie Lösung.

Möglichkeiten der nachträglichen Abdichtung

Nicht immer ist die Rohrdurchführung von Beginn an korrekt abgedichtet. Für diesen Fall gibt es Nachrüstsysteme. Zunächst wird der Ringspalt mit Dichtschläuchen oder Wicklungen ausgefüllt. Danach erfolgt die Verfüllung mit Expansionsharz. Dieser Schritt sorgt für eine sichere Abdichtung auch kleiner Hohlräume. Anschließend wird die Oberfläche mit einer Abdichtschlämme behandelt.

Lesen Sie auch  Fenster lässt sich nicht kippen – was tun?

Auf der Außenseite kommen Bitumenbeschichtungen zum Einsatz. So wird die Kellerwand wieder in die bestehende Abdichtungsebene integriert. Diese Methode ist besonders bei Sanierungen im Bestand relevant. Sie bietet eine wirtschaftliche Lösung, ohne aufwendige Eingriffe von außen. Fachgerechte Ausführung ist jedoch zwingend erforderlich, um erneute Undichtigkeiten zu vermeiden.

Einsatz von Dichtungseinsätzen und Druckplatten

Neben Harzen und Schlämmen sind Dichtungseinsätze eine weitere Möglichkeit. Sie bestehen meist aus flexiblen Materialien und werden durch Quetschringe von innen verschraubt. Dadurch pressen sie sich gleichmäßig an Rohr und Wand. So entsteht eine sichere Abdichtung.

Druckplatten mit Muttern haben eine ähnliche Wirkung. Sie komprimieren den Dichtstoff und verhindern so Spaltbildung. Diese Systeme sind besonders geeignet, wenn Rohre bewegt oder später gewechselt werden müssen. Sie erlauben zudem Nachjustierungen im Betrieb. Voraussetzung ist die saubere Vorbereitung der Kontaktflächen. Werden die Einsätze nicht exakt verschraubt, kann es zu Leckagen kommen. Fachgerechter Einbau stellt hier die Dauerhaftigkeit sicher.

Normen, Drainage und wichtige Hinweise

Die Abdichtung von Rohrdurchführungen ist nicht nur eine handwerkliche, sondern auch eine normative Aufgabe. Nach DIN 18533 müssen Bauwerksdurchdringungen in die Abdichtungsebene eingebunden werden. Bewegungen durch Temperatur oder Druck sind dabei zu berücksichtigen. Zusätzlich sollten Kellerwände durch Drainagesysteme entlastet werden. So wird Druckwasser reduziert und die Abdichtung geschont.

Auch eine sorgfältige Planung der Gesamtabdichtung ist entscheidend. Falsche Materialkombinationen können zu Schäden führen. Wichtig ist zudem die Einhaltung von Herstellerangaben bei allen Produkten. Nur wenn Dichtstoffe, Futterrohre und Abdichtschlämmen korrekt verarbeitet werden, entsteht eine dauerhaft sichere Lösung.

Fazit

Die Abdichtung von Rohrdurchführungen durch Kellerwände erfordert Fachwissen, sorgfältige Vorbereitung und den Einsatz bewährter Systeme. Ob Expansionsharze, Futterrohre oder Dichtungseinsätze – entscheidend ist die Kombination der richtigen Technik mit einer normgerechten Ausführung. Nur so bleiben Kellerwände dauerhaft trocken, geschützt und frei von Schäden. Wer auf Qualität setzt, verhindert teure Sanierungen und sichert langfristig den Wert der Immobilie.

Hat dir der Beitrag gefallen? Bewerte uns!
[Gesamtl: 1 Mittelwert: 5]

Mehr anzeigen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"